Charlevillle Castle

06.09.2018

 

Charleville Castle

Das wunderschöne gotische Schloss, das seit einigen Jahren mit viel Aufwand und Herzblut saniert und instandgehalten wird, birgt eine tragische Geschichte. Harriet, die jüngste Tochter des dritten Earl of Charleville starb bei dem Versuch, auf der Balustrade der Haupttreppe des Gebäudes nach unten zu rutschen. Sie stürzte ab und verstarb am selben Tag.

  

Harriet wurde nach ihrem tödlichen Unfall mehrfach gesichtet. Unter anderem half sie einmal einem Kind, das sich beim Spielen in das oberste Geschoss verirrt hatte, die Treppe wieder hinunter. In einem Turmzimmer, in dem sich früher das Rauchzimmer der Damen und heute ein Gästezimmer befindet, scheinen mindestens zwei Gäste unabhängig voneinander folgende Erlebnisse gehabt zu haben: Eine Frau berichtete davon, dass sie die ganze Nacht über das Zimmer nicht habe verlassen können – die Tür ließ sich am Morgen von der anderen Seite problemlos öffnen, es gibt keine Schlüssel.

Ein amerikanischer Tourist hatte es deutlich eiliger, das Schloss zu verlassen: Er zertrümmerte, vermutlich ebenfalls, weil sich die Tür nicht mehr öffnen ließ, den oberen Türteil (ein Schaden, der in die Tausende Euro geht) und flüchtete dann.

  

Das Schloss, das auf dem 3. Platz der Meistfrequentierten Spukorte Irlands rangiert und bereits von zahlreichen bekannten Ghosthunter-Teams und TV-Formaten untersucht wurde, ist heute eine Halbruine und in einem Gebäudeteil des Hauptschlosses bewohnt. Die dort lebende Familie berichtet, sie habe noch nie etwas Ungewöhnliches erlebt.

Das Team erreichte das Schloss, das nur über eine recht abenteuerliche Straße erreicht werden kann, am frühen Abend. Alle wurden sehr herzlich von Gilian empfangen. Bei einer Führung wurde Allen die Geschichte dieses außergewöhnlichen Ortes nähergebracht.

(Ladie Amilie - Harriets jüngere Schwester)

In Harrietts angeblichem Kinderzimmer berichteten vor allem Chris und Erik von einer Art Schwindel. An dieser Stelle sei aber erwähnt, dass der Boden an manchen Stellen extrem schwankte. Harrietts angebliches Kinderzimmer befindet sich in einem eigentlich nicht mehr zugänglichen Gebäudeteil.

  

Da bestimmte Räume nur über eine begrenzte Zeit zugänglich waren, fanden die ersten Untersuchungen in eben diesen statt:

Ladies Smoking Room (heute „Schlafzimmer“)

Anwesend: Ladies only, Peps, Anja, Celina, Sonja

Vor Ort waren Schritte hörbar, zudem Klopfen auf Aufforderung, es kam zu Geräuschen aus dem Bereich, in dem die Base aufgebaut war. Zudem schlug mehrfach das K2 aus, eine deutliche Kälte stellte sich ein und Peps und Anja berichteten davon, dass jemand mit ihren Haaren spiele bzw. Peps meinte, ihr habe jemand in den Nacken gepustet.

  

Die männlichen Teamkollegen befanden sich in der Zwischenzeit in Harrietts Zimmer: Zwar hatten sie das Gefühl, dass etwas anwesend sei, es kam aber zu keinen konkreten Ereignissen.

Die Teams tauschten dann.

Anja, Peps, Celina und Sonja begaben sich in Harrietts Zimmer und versuchten gezielt, mit dem Mädchen Kontakt aufzunehmen. Schließlich meldete sich das Parascope: Es reagierte zunächst sehr zögerlich. Sonja versuchte, die Wesenheit (die sie als Harriett empfand und ansprach) zu animieren, näher an das Parascope heranzutreten, was dann tatsächlich geschah. Die Wesenheit bewegte sich in ihre Richtung. Sonja empfand zudem plötzliche sehr heftige Rückenschmerzen. Später erzählte Pascal, das Gillian Murphy ihm Details über den Tod des Mädchen verraten habe: Laut Autopsiebericht sei das Kind demnach zunächst auf ein tiefer liegendes Treppengeländer gestürzt und habe sich dabei die Wirbelsäule gebrochen bevor es dann auf dem Boden aufschlug und sich das Genick brach.

  

Die männlichen Kollegen erlebten derweil Spannendes im Ladies Smoking Room: Plötzlich drehte sich der Türgriff, als wollte jemand eintreten und es waren zeitglich Schritte hörbar.

Hier ist die Auswertung abzuwarten: Tatsächlich war dieses heutige Schlafzimmer deshalb nur bis Mitternacht zugänglich, weil mindestens eine Person dort anschließend schlief. Es ist also zumindest zum Zeitpunkt der Berichterstellung nicht auszuschließen, dass eben jene Person testen wollte, ob das Zimmer bereits frei war. Achtung: Auf dem bisher gesehenen Video sieht es aber sehr danach aus, dass sofort reagiert wurde. Eine menschliche Person hätte also vermutlich schon noch einfach da sein müssen…

In der Bibliothek spürten Anja, Celina, Peps und Sonja derweil zwar schon sehr deutlich eine Präsenz, die ihnen zu signalisieren schien, dass sie in diesem Raum unwillkommen waren – zu technisch messbaren Ergebnissen kam es aber nicht. Sie alle hatten das Gefühl, dass die männlichen Teamkollegen unbedingt noch die Bibliothek besuchen sollten.

Zunächst aber begab sich alle Herren in den Ballroom. Es kam zu einem Parascope-Ausschlag und Micha glaubte auf der (nachträglich eingebauten) Bühne eine weiße Gestalt von rechts nach links huschen zu sehen.

Im Diningroom hatte Sonja kurzzeitig das Gefühl, dass sich eine Dame in einem blauen Kleid mit langen Ohrringen und braunen Haaren über den Tisch lehnte. Ansonsten passierte live wahrnehmbar nichts.

 

Erik, Chris, Micha und Pasi gingen dann in die Bibliothek. Nach nur zwei Minuten etwa kam es zu einem ersten Vorfall, als scheinbar im Kamin etwas sehr laut zu Boden polterte. Obwohl sie direkt versuchten, das Geräusch zu identifizieren bzw. nachzuahmen, gelang ihnen das nicht.  Das Parascope meldete sich ebenfalls. Micha glaubte eine weibliche Stimme zu hören, Chris sprach von einer männlichen. Zudem nahm er einen Schatten wahr, den er ebenfalls als männlich einstufte. Die statischen Werte schossen im weiteren Verlauf nach oben, das Parascope reagierte allerdings nicht (was bemerkenswert ist, da es ja offenbar auf Statik reagiert). Gehört wurden außerdem deutliche Schritte aus dem Treppenhaus.

 

Da Charleville Castle teilweise bewohnt ist, waren bestimmte Bereiche nur bis 24 Uhr zugänglich. Auch der Rest der Untersuchung war entsprechend an ein zeitliches Limit gebunden. Insgesamt war ein großer Teil des Schlosses aus Sicherheitsgründen nicht zugänglich; ein nicht unerheblicher Teil der Anlage ist in Verfall. Dennoch stellte Charleville Castle unbestritten den Höhepunkt unserer Irlandreise dar. Lag es an dem realen tragischen Hintergrund? An dem faszinierenden Äußeren und dem nicht minder beeindruckenden Inneren? Oder tatsächlich an den Erlebnissen während der Untersuchung? Es war jedenfalls eine sehr intensive Erfahrung, die nur von der wunderbaren Gilian und der irischen Gastfreundlichkeit getoppt wurde.

Dokumentation

 

Ergebnisse:

  • Anomalie oben an der Treppe
  • 3 EVP im Spielzimmer, als niemand oben war
  • EVP im „Roten Zimmer“: „Yes“
  • Dumpfer Schlag nach Triggern im Esszimmer
  • Mehrfaches Klopfen auf Aufforderung und im Gesprächsverlauf, dreimal einhergehend mit K2 im „Roten Zimmer“
  • Ungeklärtes sehr lautes Geräusch im „Herrenzimmer“
  • Reaktion auf den Hinweis, dass nun die Herren kommen würden, die als Gesprächspartner vielleicht willkommener wären (als die Frauen)
  • Schritte an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeitpunkten

 

Good-bye but not farewell Irland – ein Fazit

Wir als Team hatten eine ziemlich turbulente Anreise aufgrund eines tragischen Unglücksfalls auf der Autobahn und einer damit verbundenen Vollsperrung. Das Abenteuer Irland begann daher später und leider auch teurer als erwartet – aber in dem Moment, als wir in Dublin irischen Boden betraten waren die Missgeschicke vergessen. Ein Teil des Teams war schon einmal dort gewesen, der Berichterstatter – ich, Sonja – nicht. Trotzdem war es ein Heimkommen, anders lässt es sich nicht beschreiben. Und das trotz Linksverkehr! (Oder vielleicht gar deswegen? – Nein, wohl eher nicht…) Die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben. Einer der unvergesslichen Momente: Wir warten mit unserem Mietwagen auf Lost Voices, Pasi & Chris an der Zufahrt zum Rock of Dunamase. Plötzlich hält ein Streifenwagen und Micha wird aufgefordert, seinen Führerschein zu zeigen. Noch während der eine Polizist ihn überprüft, fängt der andere an, mit uns zu reden: „Seit ihr echte Geisterjäger? – Was macht ihr so? – Was waren eure tollsten Erlebnisse? – Ich habe ja schon das und das und das erlebt…“ Einfach herrlich!

Es gibt an jeder Ecke und an jedem Flecken sehenswerte Baudenkmäler: Verlassene Herrenhäuser, Burg- und Klosterruinen. Sogar die Friedhöfe sind bezaubernd! Die Geschichte dieses außergewöhnlichen Landes verfolgt den Besucher auf Schritt und Schritt. Kulinarisch war für mich persönlich vor allen Dingen Fish & Chips toll; überall gab es frischen Fisch. Meine Kollegen waren da deutlich experimentierfreudiger und versuchten beispielsweise auch den Irish Stew. In Deutschland kannte ich vor allem Guinness und Kilkenny; in Irland gibt es ersteres überall und letzteres praktisch gar nicht – dafür Red Ale. Diesem unglaublich fruchtig schmeckenden Bier in einem kleinen Pub auf der Rückfahrt von den Cliffs of Mohair trauere ich noch heute nach!

Unsere wunderbaren irischen Kollegen, Wexford Paranormal, waren einfach fantastisch. Michael Benson ist eine Koryphäe und es war für uns eine Ehre, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Wir haben für uns festgestellt, dass wir nach wie vor keine Fans der Spiritbox sind.  Wexford Paranormal hat einen besonderen Fokus auf diesem Gerät, das uns einfach zu unsicher ist in Bezug auf Zufall. Es gab einige interessante Ergebnisse, aber in unseren Köpfen ist der Zweifel doch zu allgegenwärtig. Vielleicht ist das ja typisch Deutsch, wie ich bereits an anderer Stelle anmerkte.

Es war auch eine angenehme Zusammenarbeit mit unseren deutschen Kollegen: Anja, Chris, Erik und Pasi –vielen Dank für Alles.

 

To Michael Benson: Thank you for everything. It’s been an honor to work with you and a pleasure to investigate these fantastic objects. We somewhat envy you for your home country ;)!